Start | Archiv | Links | Hilfen für den Unterricht | Konferenz | Mailingliste | Presse+Fotos | Kontakt | Impressum

StadtKlangNetz-Konferenz 2010
"Klang, Körper, Stimme, Bewegung - Impulse für die pädagogische Praxis".
29. bis 31. Oktober im Bürgerhaus Stollwerck u.a., Köln

"Ausbildung für künstlerische Bildung - der Freitagvormittag bei StadtKlangNetz"

"Angesichts der sich verändernden, dynamischen Rolle des Künstlers in der heutigen Welt, kommen die Musik- und Kunsthochschulen kaum daran vorbei, ihre Prioritäten neu zu bewerten", betont der renommierte Learning Consultant und StadtKlangNetz Referent Peter Renshaw, der u.a. das Bildungsprojekt CONNECT an der Londoner Guildhall School of Music and Drama initiiert hat.

Nach einem Grußwort von Prof. Schuhenn, Rektor der Hochschule für Musik und Tanz Köln, eröffnet Renshaw mit einem Vortrag am Freitag, den 29. Oktober in Köln die StadtKlangNetz-Konferenz. Ab zehn Uhr steht an diesem Vormittag die Ausbildung von Musikern, Tänzern und Pädagogen im Mittelpunkt, die im Bereich der kulturellen Bildung als Vermittler aktiv sind.

Kulturelle Bildung ist das Thema der Stunde - doch die hochgesteckten Ziele und die Praxis in den Klassenzimmern kommen selten zur Deckung. Seit Bildungsprojekte und -programme in Deutschland - in besonderer Weise in Nordrhein-Westfalen - massiv an Boden gewinnen, stellt sich gleichzeitig immer deutlicher die Frage nach deren Zielen und Qualität: Was soll vermittelt oder ermöglicht werden und wie gelingt die praktische Umsetzung?

Bei der Beantwortung dieser Fragen spielen die eingesetzten Künstlerinnen und Künstler und ihre Kompetenzen eine Schlüsselrolle. Viele von ihnen begeben sich ohne pädagogische Qualifikation allein im Vertrauen auf ihre künstlerischen Kernkompetenzen in die Schulen. Nur im günstigen Fall gelingt dabei die Begegnung der unterschiedlichen Sphären und die "Authentizität des Künstlers" setzt sich als inspirierendes Vermittlungsmoment und kreativer Stimulus durch. Dabei lassen gründlich entwickelte Programme wie CONNECT durchaus erkennen, dass es erlernbare Fähigkeiten und Konzepte gibt, die das Gelingen der Begegnung von "Kunst und Schule" fördern können.

Mit kurzen Vorträgen geben die Referenten Impulse, wie entsprechende Ausbildungsangebote Künstler und Pädagogen auf dieses rasant wachsende Arbeitsfeld vorbereiten können, um in einer abschließenden Diskussionsrunde mit den Konferenzteilnehmern und Referenten konkrete Möglichkeiten und Zielsetzungen auszuloten.

Zum ersten Mal stellt sich im Rahmen der Konferenz das neue Kölner Mastermodul "Tanz in Schulen" vor, das in Kooperation zwischen der Deutschen Sporthochschule und der Hochschule für Musik und Tanz ab diesem Wintersemester angeboten wird. Das einzigartige Projekt auf Master-Ebene zeichnet sich durch seine spezifische Ausrichtung auf den Tanz in Schulen und die Anbindung an die zeitgenössisch-künstlerische Tanzpraxis aus. Außerdem wird u.a. das Projekt "Querklang" der Berliner Universität der Künste, das Studierende in die Projektarbeit von Komponistinnen und Komponisten an Schulen einbezieht, als Kristallisationspunkt dienen.

Diese Vorträge werden zum Thema Ausbildung für künstlerische Bildung bei StadtKlangNetz am Freitagvormittag angeboten:

Vortrag: Creative Challenge: Quality & Context in Collaborative Work Peter Renshaw (Englisch)
Referent: Peter Renshawaw (Learning Consultant & Initiator CONNECT, London)
Zeit: Freitag, 29.10., 10:00 - 11:00 Uhr

Abstract
The main aim of this session is to focus on those principles and skills that can strengthen the quality of collaborative work in cross-sector, cross-arts and cross-cultural settings. Special attention will be given to the challenges confronting artists and teachers working together on combined projects with young people both in and out of school.

Principles
‘Connecting to context’
What factors have to be taken into account by artists and teachers in the setting up, development, delivery and evaluation of any project?
e.g. aims and objectives; roles and responsibilities; leadership and management; space and logistics; process and product; evaluation

‘Connecting conversations’
How does one enable artists and teachers to have’ conversations’ that generate meaningful connections for all participants?
e.g. forms of communication; language – artistic and verbal; creative skills and improvisation

‘Learning through partnerships’
What factors have to be taken into account when seeking to create partnerships that will result in a successful project?
e.g. building up a shared vision based on trust, mutual respect and listening to the voice of others; widening perspectives that challenge a ‘silo mentality’; providing opportunities for artists and teachers to work together through Continuing Professional Development

Skills
Personal and interpersonal skills; leadership skills; performance and communication skills; improvisation and creative skills; project management skills and entrepreneurship; context-based evaluation skills

Skills to be developed through different forms of reflective practice underpinned by mentoring, co-mentoring and action research

Implications for the culture of schools and training organisations
The quality of creative collaborative work is partly dependent on developing a culture of reflective practice within partnership organisations. At times this means challenging some institutions to make a fundamental shift in perspective in order to re-align their priorities.




Impulsreferat: Tanz in Schulen - landesweite und bundesweite Entwicklungen
Referentin: Linda Müller (nrw landesbuero tanz)
Zeit: Freitag, 29.10., 11:30 - 11:50 Uhr

Seit der Öffnung der Schulen für den Ganztag haben sich künstlerische Angebote in Schulen vervielfacht. Sowohl die aktuelle Bildungsdiskussion als auch interkulturelle, soziale, kulturpolitische und gesundheitliche Themen bieten zunehmend Raum für tanzkünstlerische Arbeit in Bildungsinstitutionen. Eine Zusammenarbeit zwischen schulexternen Tänzern/Choreographen/Tanzpädagogen und Schulen ist in Deutschland, anders als im europäischen Ausland, noch nicht selbstverständlich. Unsere Nachbarländer, vor allem Großbritannien und die Niederlande, sind uns in dieser Hinsicht um Jahre voraus und konnten uns bei der Einführung dieser Bildungsaspekte im Schulwesen als Vorbild dienen. Die vielseitigen Aktivitäten und Engagements im Bereich Tanz sind aufgrund der jeweiligen regionalen Möglichkeiten entstanden. Um jedem Kind im Laufe seiner Schulzeit die Begegnung mit der Kunst- und Ausdrucksform Tanz zu ermöglichen, nutzen das nrw landesbuero tanz mit seinem Fachbereich tanz in schulen und der Bundesverband Tanz in Schulen e.V. diesen wertvollen Bestand und helfen alle diese Projekte, Ansprechpartner und Fachleute zu vernetzen und eine strukturelle Grundlage zu schaffen. Wir benötigen mehr Tanz-Kompetenz-Orte, die als Schaltstellen und Ansprechpartner fungieren!
„Aktive Partnerschaften“, „gemeinsame Verantwortung“ und „flexible Strukturen“ führen die Auflistung der Merkmale “guter künstlerischer Bildung” an, bestätigt auch Anne Bamford in einem in einem Forschungskompendium (BAMFORD, 2010).




Impulsreferat: Modul als Modell - das neue Master-Modul „Tanz in Schulen“
Referentinnen: Nana Eger (Koordinationsstelle Modul - DSHS/HFMT ), Stephani Howahl (DSHS), Prof. Vera Sander (HfMT)
Zeit: Freitag, 29.10., 11:50 - 12:10 Uhr

Tanz in Schulen ist ein vielseitiges (Arbeits-)Feld mit großem Potential: Kinder und Jugendliche können Tanz als Kommunikations- und Ausdrucksform erleben, neue Körper- und Bewegungserfahrungen machen sowie die Vielfalt dieser Kunstform kennen lernen – und somit in ihrer physischen, geistigen und emotionalen Entwicklung unterstützt werden. Viele Tanz-in-Schulen Initiativen und Programme existieren bereits und der Bedarf an qualifizierten Tanzvermittler-Innen steigt weiter.
Die Deutsche Sporthochschule Köln und die Hochschule für Musik und Tanz Köln bieten in Kooperation mit weiteren Partnern das Master-Modul „Tanz in Schulen“ an, welches in die neuen Masterstudiengänge Tanzkultur V.I.E.W. (Vermitteln, Inszenieren, Evaluieren,Wissen – DSHS) und Tanzpädagogik (HfMT) integriert ist. Dieses Modul bündelt die Kontexte des Arbeitsfeldes und vermittelt erstmals auf Masterebene erweiterte Kenntnisse und Kompetenzen in Theorie und Praxis, die explizit auf das Feld ausgerichtet und an die zeitgenössische tanzkünstlerische Praxis angebunden sind.




Impulsreferat: „QuerKlang“ - die Hochschule als Akteur in kreativen Schulprojekten
Referentin: Prof. Ursula Brandstätter (UdK Berlin)
Zeit: Freitag, 29.10., 12:10 - 12:30 Uhr

Das Projekt "QuerKlang. Experimentelles Komponieren im Klassenverband" basiert auf der Zusammenarbeit von Musiklehrer/innen an Berliner Schulen, Komponistinnen und Komponisten aus der freien Szene und Musikstudierenden an der Universität der Künste Berlin. Nach einer kurzen Darstellung der Grundideen des Projektes werde ich die spezifischen Chancen, aber auch Probleme erläutern, die sich aus der Kooperation der verschiedenen beteiligten Institutionen ergeben. Einen Schwerpunkt wird die Frage darstellen, inwiefern sich über modellhafte Projekte neue Richtlinien für die künstlerisch-pädagogische Ausbildung ergeben könnten.