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DIE ZUKUNFT DER ELEKTRONISCHEN MUSIK IM BLICK

Willkommen in der Triangel-freien Zone - denn elektronische Klänge bilden das Material, mit dem die Schüler von >StadtKlangNetz< im Februar 07 drei Konzerte in Köln, Bonn und Düsseldorf bestritten haben.

Seit Herbst 06 hat >StadtKlangNetz< Schüler, Lehrer, Musiker und Komponisten zur gemeinsamen musikalischen Arbeit zusammengeführt. Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 13 von sieben Schulen aus Bonn, Düsseldorf und Köln nahmen am neuen Projekt der rheinland ag teil. Drei Konzerte bildeten den Höhepunkt und Abschluss und stellten die betei-ligten Klassen und ihre Musik vor. Die Ergebnisse können sich hören lassen - von Neue Musik bis Pop.

ãEntstehung und Gegenwart der Elektronischen Musik sind zutiefst mit dem Rheinland verknüpft. Damit auch die Musik der Zukunft hier spielt, müssen wir insbesondere die nächste Generation an die verschiedenen Formen elektronischer Komposition heranführenÒ, so Michael P. Aust und Matthias Mainz, die Projektleiter von >StadtKlangNetz<.

Elektronische Klangerzeugung zählt zu den aktuellen Herausforderungen in der musikalischen Arbeit mit und für Jugendliche. Dabei hat sich das Projekt ein doppeltes Ziel gesetzt: Einerseits soll den Schülern vermittelt werden, dass Medien nicht nur
der Unterhaltung dienen, sondern auch Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung sein können. Andererseits erfahren die Schüler theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten beim Komponieren mit elektronischen Medien.

Insofern ist es auch Ziel von >StadtKlangNetz<, diverse ästhetisch-künstlerische Perspektiven der elektronischen Musik in ihren ernsten und populären Spielarten zu durchleuchten.

>StadtKlangNetz< wird initiiert von der rheinland ag und gefördert durch das Land NRW sowie durch die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln. >StadtKlangNetz< ist das Nachfolgeprojekt des in 2004/2005 ebenfalls von der rheinland ag veranstalteten Kinder- und Jugendmusikfestival >StadtKlangFluss<.

MODELLPROJEKTE FÜR DIE ZUKUNFT

Die Projekte in den drei Städten sind Modellprojekte. Die musikali-schen Materialien und Stundenabläufe wurden von der Musikpädagogin Anne Weber-Krüger, Musikhochschule Köln, für den Einsatz in anderen Schulen aufbereitet. Sie stehen allen Lehrern und Schulen zur Nutzung zur Verfügung und sind downloadbar unter www.stadtklangnetz.de

So war beispielsweise jede Workshopgruppe aufgefordert, für ihre Arbeit charakteristische Musik-Samples ins Netz zu stellen. Diese Samples sind für jeden frei zugänglich und können das ãRohmaterialÒ für weitere Kompositionen bilden.

DREI ST€DTE - DREI TEAMS

Im Rahmen des Projektes legten die Teams der drei Städte mit ihren jeweiligen Konzepten unterschiedliche ästhetisch-künstlerische Ansätze zugrunde.

BONN: UFOS ÜBER DER GRUNDSCHULE

Das Bonner Team des Animax-Multimediatheaters verfolgte einen ganz direkten experimentellen Ansatz: ãElektronische Musik zum AnfassenÒ ist das Motto, nach dem aus einfachsten Materialien wie Weckern, Anrufbeantwortern, Transistorradios sowie mit Kontaktmikrofonen elektronische Instrumente gebaut wurden.

Eine Gruppe von Grundschülern realisierte mit ihrer Hilfe ein Musiktheaterstück mit Tierstimmenimitationen. Die andere Gruppe veränderte die Schaltungen batteriebetriebener Radios, um über den Eingriff ins Innere eine erstaunliche Vielfalt von Klängen hervorzubringen - es entstanden mit den Händen spielbare Instrumente. Mit ihnen erzählten die Kinder kleine musikalische Ge-schichten, indem sie z.B. die Kommunikation mit Außerirdischen klanglich beschreiben.

Unter der Anleitung von Echo Ho, Hannes Hölzl, Joker Nies, Andreas Hirsch und Sven Hahne fanden Workshops in Bonn an der OGS Laurentiusschule, der Andreasschule und der OGS Heiderhof mit Schülerinnen und Schülern der 3.-4. Klassen statt.

Eine erste Präsentation der Ergebnisse der Workshops gab es - in einer außergewöhnlichen Inszenierung - im Rahmen der Bonner Kulturnacht 2006.

DÜSSELDORF:EINE STADT ALS KLANGLANDSCHAFT

Das Projektteam des Düsseldorfer Theater der Klänge richtete eine historische Perspektive auf die elektronische Musik als Teil der Neuen Musik.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben im Rahmen eines halbjährigen Workshops Techniken und Perspektiven elektronischer Musik, der Music Concrete und von Soundscape-Kompositionen kennengelernt, die sie anschließend selbst in kleine Kompositionen umsetzten. Dazu wurden urbane Klänge in Düsseldorf aufge-nommen und daraus anschließend exemplarische Minikompositionen erarbeitet, die im Abschlusskonzert mit einem Live-Anteil aufgeführt wurden.

Angeleitet wurden die Schülerinnen und Schüler aus dem Leistungskurs Musik des Düsseldorfer Humboldt-Gymnasiums von den drei Komponisten Christian Banasik, Jörg U. Lensing und Thomas Neuhaus.

K…LN: THE SOUND OF ELECTRONIC COLOGNE

In Köln realisierte die Offene Jazz Haus Schule >StadtKlangNetz< mit zwei sehr unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen. Zum einen stell-ten Schülerinnen und Schüler der Kaiserin-Augusta-Schule und Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums unter Leitung von Dirk Schilling aktuelle Musikstile wie Techno, House, Pop oder HipHop unter Verwendung von selbst erstellten Samples in den Kontext elektronischer Musik. Zum anderen nahm eine Gruppe aus jungen Instrumentalisten unter Leitung von Thomas Lehn die Improvisation auf akustischen und elektrischen Instrumenten unter Verwendung von Live-Elektronik zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Gestaltungsprozesse. Die Schülerinnen und Schüler stammten aus 9. Klassen der Kaiserin-Augusta-Schule (Köln-Südstadt), dem Humboldt-Gymnasium (Köln-Südstadt) und der Offenen Jazz Haus Schule.



DIE IDEE - AUS DEM EXPOSE ZU >stadtklangnetz<

In den Jahren 2004 und 2005 veranstalteten die Städte der rheinland ag - Bonn, Köln, Düsseldorf und Duisburg - das Kinder- und Jugendmusikfestival >StadtKlangFluss<.

Ziel dieses Festivals war es, die zahlreichen Aktivitäten im Bereich der musikalischen Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen einer breiteren …ffentlichkeit zugänglich zu machen, nach Perspektiven für eine planvolle und künstlerisch ausgerichtete Arbeit zu suchen und schließlich die Akteure in der Region miteinander zu vernetzen. Das Festival soll nun für die Jahre 2006 und 2007 im Horizont der gewonnenen Erfahrungen fortgesetzt werden. Dabei rückt das Thema der elektronischen Klangerzeugung ins Zentrum des Interesses.

Elektronische Klangerzeugung zählt als Thema zu den aktuellen Herausforderungen einer zukunftsorientierten musikalischen Arbeit mit und für Jugendliche. Das gesamte Spektrum zwischen Computer und Handy, Tonband und elektronischen Instrumenten gerät dabei in den Blick - nicht zuletzt, weil die elektronische Klangerzeugung mehr denn je die aktuelle Lebenswelt der Jugendlichen determiniert.
Angesichts der ungeheuren Dominanz elektronischer Medien verfolgt das Projekt >StadtKlangNetz< eine doppelte Intention. Einerseits soll ein emanzipatorischer Ansatz realisiert werden, der aufzeigt, dass Medien nicht allein der Unterhaltung dienen, sondern in gleichem Maße auch Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung sein können. Andererseits soll das Projekt den Jugendlichen in Workshops theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten im künstlerischen Umgang mit elektronischen Medien vermitteln.

Insofern ist es Ziel von >StadtKlangNetz<, diverse ästhetisch-künstlerische Ansätze zu reflektieren. In Düsseldorf wird eine historische Perspektive auf die Geschichte elektronischer Musik als Teil der komponierten Neuen Musik vermittelt, und auf dieser Grundlage sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Start-Up-Workshops Techniken erlernen, die sie in die Lage versetzen, zu komponieren.

Die Workshops in Köln beschäftigen sich mit der Improvisation einerseits und aktuellen Musikstilen wie HipHop, Pop, Techno, House oder Weltmusik im Kontext elektronischer und akustischer Klangerzeugung.

Bonn schließlich verfolgt einen experimentellen Ansatz, der vom Eigenbau der Instrumente bis zur Entdeckung der eigenen künstlerischen Kreativität reicht.

Da >StadtKlangFluss< vor allem vor dem Problem stand, wie die Aktivitäten in den beteiligten Städten zu vernetzen sind, soll nun der Prozess der Auseinandersetzung / der Akt des Komponierens / die Ergebnisse etc. via Internet kommuniziert werden. D.h. die Städte sind vernetzt, so dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer darüber informiert sein kann, was die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den anderen Städten tun.

Als Ergebnis von >StadtKlangNetz< wird ein Web-Pool mit Audiodaten zur Verfügung stehen, eine Klangbibliothek. Darüber hinaus soll das Projekt 2007 mit der Präsentation der Resultate in den drei Städten abgeschlossen werden. Aufgrund der unterschiedlichen ästhetischen Grundlagen werden unterschiedlichste Ergebnisse zu erwarten sein, die dann gemeinsam in einem Konzert in jeder Stadt der …ffentlichkeit vorgestellt werden.

Gleichsam als Nebeneffekt strebt das Projekt eine Intensivierung des Künstleraustausches an. Es sollte gelingen, mit >StadtKlangNetz< den wissenschaftlich-ästhetischen Diskurs über die Bedeutung der elektronischen Medien in unserer Gesellschaft zu vertiefen und zu-gleich den Austausch über die künstlerische Dimension zu intensivieren.

Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner


PROJEKTPARTNER Animax Multimediatheater, Bonn
Dr. Bodo Lensch, Sven Hahne

Theater der Klänge, Düsseldorf
Prof. Jörg U. Lensing á Prof. Christian Banasik á Prof. Thomas Neuhaus

Offene Jazz Haus Schule e.V, Köln
Rainer Linke á Ole Haubner
KULTURAMT DER STADT BONN
Andreas Loesch

KULTURAMT DER STADT DÜSSELDORF
Marianne Schirge

KULTURAMT DER STADT K…LN
Manfred Post á Sylvia Hecker

LEITUNG
Michael P. Aust á Matthias Mainz

ORGANISATION KONZERTE UND PROJEKTASSISTENZ
Juliane Kuhr

PRESSEARBEIT
Birgit Elke á Juliane Kuhr

GESTALTUNG
Markus Aust

MUSIKP€DAGOGIK
Anne Weber-Krüger

TONAUFNAHME- UND BEARBEITUNG
Fabian Schulz

FOTOS
Wolfgang Weimer á Matthias Kneppeck

VERANSTALTER
TELEVISOR Troika GmbH
Trajanstr. 27 - 50678 Köln
Tel 0221 9318440 Fax 0221 9318449
info@televisor.de
www.televisor.de
www.stadtklangnetz.de

>StadtKlangNetz<
WIRD GEF…RDERT DURCH
Land NRW
Kulturamt der Stadt Bonn
Kulturamt der Stadt Düsseldorf
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